In den eigenen vier Wänden bleiben, im eigenen Rhythmus und in vertrauter Umgebung – das wünschen sich die meisten älteren Menschen und ihre Familien. Sturzprävention ist einer der konkretesten Wege dorthin.
Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Stürze lässt sich mit einfachen Maßnahmen, einer gut eingerichteten Wohnung und, wo sinnvoll, einem passenden Hilfsmittel vermeiden.
Was die Zahlen für Luxemburg zeigen
Das nationale Verletzungsregister RETRACE (Direction de la santé, Daten 2013–2020) liefert klare Anhaltspunkte für Menschen ab 70 Jahren:
Stürze machen 83,1 % der Unfälle in dieser Altersgruppe aus, ab 85 Jahren sogar 90,5 %;
50,7 % der Unfälle passieren zuhause;
die Körperpflege (Waschen, Duschen, Toilette) ist die am häufigsten genannte Tätigkeit zum Unfallzeitpunkt (15,8 %), vor dem Schlafen bzw. nächtlichen Aufstehen (8,9 %).
Prävention lohnt sich also vor allem zuhause – besonders im Bad, auf der Treppe und im Schlafzimmer.
Die Checkliste Raum für Raum
Eingang und Außenbereich
Beleuchten Sie Weg und Eingangsstufen, am besten mit Bewegungsmelder.
Jede Außentreppe braucht einen stabilen Handlauf.
Rutschige Flächen (Moos, Laub, Frost) ab dem Herbst behandeln.
Eine Sitzgelegenheit am Eingang erleichtert das An- und Ausziehen der Schuhe.
Treppe
Handläufe auf beiden Seiten der Treppe anbringen.
Lichtschalter oben und unten oder automatische Beleuchtung vorsehen.
Keine Gegenstände auf den Stufen abstellen – auch nicht „nur kurz“.
Stufenkanten markieren, wenn der Kontrast gering ist.
Wird das Treppensteigen anstrengend oder meidet man das Obergeschoss, ist es ein guter Moment, über einen Treppenlift nachzudenken.
Bad und WC
Rutschfeste Matte in der Dusche und vor Badewanne oder Waschbecken.
Haltegriffe neben der Toilette und in der Dusche.
Bodengleiche Dusche mit Duschsitz bevorzugen.
Eine Toilettensitzerhöhung oder ein WC-Sitzlifter erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen.
Schlafzimmer
Nachttischlampe in Reichweite, ohne aufstehen zu müssen.
Nachtlichter auf dem Weg vom Bett zur Toilette.
Betthöhe so wählen, dass beide Füße flach auf dem Boden stehen.
Ein Telefon in Reichweite behalten.
Wohnzimmer und Küche
Teppiche und Kabel im Laufweg entfernen oder fixieren.
Häufig genutzte Dinge zwischen Hüft- und Schulterhöhe aufbewahren.
Keine Stühle oder Tritte benutzen, um an hohe Schränke zu kommen.
Gute Gewohnheiten im Alltag
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, mehrere Ansätze zu kombinieren: Bewegung, eine angepasste Wohnung und die Kontrolle der Gesundheit.
Regelmäßig bewegen. Gleichgewichts-, Geh- und Kräftigungsübungen sowie Tai-Chi gehören zu den empfohlenen Maßnahmen. Ihr Arzt oder ein Physiotherapeut kann ein passendes Programm empfehlen.
Möchten Sie den Preis für Ihre Treppe erfahren?
Medikamente überprüfen lassen. Manche Medikamente können Schwindel oder Müdigkeit verursachen. Bitten Sie Ihren Arzt oder Apotheker, alle Medikamente gemeinsam zu prüfen.
Augen kontrollieren und gutes Schuhwerk wählen. Eine augenärztliche Kontrolle und geschlossene, rutschfeste Schuhe verringern Fehltritte.
Ohne Eile aufstehen. Vor allem nachts zuerst kurz auf der Bettkante sitzen bleiben.
Wenn ein Hilfsmittel den Unterschied macht
Manchmal reicht eine Anpassung nicht mehr aus: Treppe, Toilette oder der Weg nach draußen werden immer anstrengender. Ein passendes Hilfsmittel hilft dann, Gewohnheiten und Selbstständigkeit zu bewahren.
Treppenlift: sitzend und sicher nach oben und unten, auf geraden oder kurvigen Treppen, innen wie außen.
WC-Sitzlifter (Aerolet): unterstützt sanft beim Hinsetzen und Aufstehen.
Plattformlift: überwindet einige Stufen oder ein Stockwerk, auch im Rollstuhl.
Elektrischer Rollator: unterstützt bergauf und bremst bergab.
Rollstuhlrampe: überbrückt eine Stufe oder Schwelle.
Welche Finanzierung?
Je nach Situation kann sich die Pflegeversicherung (Assurance dépendance) an der Finanzierung von Hilfsmitteln und Wohnungsanpassungen beteiligen. Die Kostenübernahme hängt von einer individuellen Begutachtung und der Entscheidung der Verwaltung für Begutachtung und Kontrolle der Pflegeversicherung (AEC) ab. Unser Leitfaden zum Formular R20 erklärt die Schritte.
Ein Hausbesuch zur Orientierung
Jedes Zuhause ist anders. Wir kommen zu Ihnen nach Hause, überall in Luxemburg, schauen uns Treppe, Bad und Ihre Gewohnheiten an und empfehlen die einfachste passende Lösung. Hausbesuch und Angebot sind kostenlos.
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Häufig gestellte Fragen
In welchen Räumen passieren die meisten Stürze?
In Luxemburg passiert die Hälfte der Unfälle bei Menschen ab 70 zuhause. Die Körperpflege ist die am häufigsten genannte Tätigkeit – Bad und Toilette sind daher Prioritäten, ebenso die Treppe und der nächtliche Weg zur Toilette.
Sollte man mit der Anpassung bis zum ersten Sturz warten?
Nein. Es ist einfacher, die Wohnung in Ruhe anzupassen, solange alles gut geht, statt nach einem Sturz unter Zeitdruck.
Wird ein Treppenlift in Luxemburg übernommen?
Das ist je nach Situation möglich. Die Übernahme durch die Pflegeversicherung hängt von einer individuellen Begutachtung und der Entscheidung der AEC ab. MPG unterstützt Sie bei der Vorbereitung des Antrags.
Welche Übungen helfen, Stürzen vorzubeugen?
Gleichgewichts-, Geh- und Kräftigungsübungen sowie Tai-Chi werden von der WHO empfohlen. Sprechen Sie vor dem Start mit Ihrem Arzt oder einem Physiotherapeuten.
Sprechen wir über Ihr Zuhause
Sie möchten eine Einschätzung zu Ihrer Treppe oder Ihrem Bad? Rufen Sie MPG an unter +352 33 33 73 oder vereinbaren Sie einen kostenlosen Hausbesuch.
Quellen: Direction de la santé, RETRACE, Factsheet 70+ (2025, Daten 2013–2020); WHO, Factsheet „Falls“ (2021). Dieser Artikel gibt allgemeine Hinweise und ersetzt nicht den Rat Ihres Arztes.
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